Gestalten im dunklen Anzug, die Pistole unter dem feinen Zwirn versteckt, mit stets düsterem Blick ihre Schützlinge im Auge behaltend und bereit, Leib und Leben dafür zu opfern – so sieht häufig das klassische Bild des Bodyguards aus. Doch was hat es mit diesem Berufsbild auf sich? Wie wird man Bodyguard? Welche Fähigkeiten muss man mitbringen? Und wie kommt man an Kunden?
Ein Bodyguard ist ein Personenschützer: Er schützt die Schutzperson. Als persönlicher Bodyguard bewacht man manchmal auch die Familien der Schutzperson.
Den Einsatzmöglichkeiten als Bodyguard sind eigentlich keine Grenzen gesetzt, so muss man seine Grenze ganz persönlich ziehen. Erst recht wenn man als Personenschützer, der Schutzperson rund um die Uhr zur Verfügung steht. Die Ausbildung zum Bodyguard ist unglaublich vielfältig. Man sollte sportlich und geistig FIT sein. Man sollte in der Selbstverteidigung entsprechend trainiert sein. Noch besser ist eine abgeschlossene Ausbildung im Polizeidienst, beim Geheimdienst, oder beim Militär.
Bei mir war es ein langer Weg hin zum Bodyguard. Nach meinem Aufenthalt bei der Bundeswehr (Grundwehrdienst) wollte ich meinen Geist wieder trainieren. Nach Monaten in einer Kampfeinheit kann man schon verblöden. Damals war ich körperich sehr fit und austrainiert. Ich konnte im Vorbeigehen einem dem Arm brechen, aber was soll das!
Ich studierte sofort und mit Begeisterung. Schon nach dem 4 Semester musste ich mir keinen Ferienjob mehr besorgen! Ich hatte die sog. normalen Studentenjobs sowieso satt. Ich arbeitete ja auch während des Semesters ständig nebenbei. Also ab dem 4. Semester ging es mir in Fleisch und Blut über, sodass ich eine eigene Firma gründete.
Naja die Firma hatte nichts mit dem Thema Bodyguard zu tun. Ich war gut in technischen und organisatorischen Dingen und so dachte ich wäre es gut, wenn ich gleich eine eigene Firma gründen würde.
Nach meiner Firmengründung und den ersten Aufträgen wurde mir schnell klar, dass ich über rechtliche Dinge mehr wissen wollte. Auch im Punkto Finanzen sollte ich noch mehr wissen ansammeln. Und nach circa 3 Jahren hatte ich nur noch meine Firma, denn mein Studium war zu Ende und ich konnte mich ganz auf meine unternehmerische Tätigkeiten konzentrieren.
So kam es, dass ich eines Tages für eine Familie eine Alarmanlage konzipierte. Natürlich noch total analog. Das System sollte das Anwesen und Teile des Grundstücks unter Kontrolle halten und zugleich unauffällig sein. Ständig gab es Fehlalarme, da die Familie selbst in den Alarmbereich lief. Auch die Hunde und Katzen der Familie lösten ständig Fehlalarme aus. Nach einem Besuch bei dieser Familie wollte ich schon die ganze Anlage deaktivieren, aber dann stellte sich bei einem Gespräch der Grund für die Anschaffung der Alarmanlage heraus und ich hatte einen Folgeauftrag.
Nach einem ausführlichen Gespräch, war eigentlich die Kinderbetreuung im Visier. Die Familie wollte beweisen, dass das Kindermädchen Geld und andere Dinge entnahm. Ich sollte mir ein Konzept ausdenken, damit man auch Beweise dafür hatte. Schnell hatte ich das Kindermädchen überführt und die Beweise waren stichhaltig. Damals alles ohne einen Computer, ohne Handy, ohne Tablett oder DigitalCam. Naja, damals hatte man andere Dinge - diese waren aber nicht so effektiv.
Nach über 5 Jahren Selbständigkeit lief meine Firma gerade so. Meine Firma Vertrieb ganz normale Geräte und wir arbeiteten auch in so manchen Bereichen des täglichen Lebens und boten vielseitige Dienstleistungen an. Ernährung und Philosophie waren für mich weiterhin sehr wichtig und so machte ich mich auch hier schlau.
Jetzt kamen weitere Aufträge. Die Digitaltechnik lag mir mehr, als das analoge Zeug. Ich baute mir meine eigenen Computer mit Zusatzfunktionen und so konnte ich wieder weiter Aufträge an Land ziehen. Ich war immer noch kein Bodyguard und hatte noch keine Waffe am Körper.
Eines Tages bekam ich von der Familie, die mit dem Kindermädchen, einen Telefonanruf, der etwas speziell war. Ich sollte herausfinden, was die älteste Tochter des Hauses so macht. Und da ich Jahre zuvor gut gearbeitet hatte und verschwiegen war, dachten sie ich würde das gut erledigen können. Ich habe gezögert, meine Firma hatte genug zu tun. Ich empfahl einen Freund. Doch die Arbeit meines Freundes war nicht viel Wert, sodass ich nun selbst tätig wurde.
Über 4 Länder verfolgte ich die Spuren der Tochter und protokollierte alles genau. Ich war ihr Schatten. Doch plötzlich stand ich vor einer wichtigen Entscheidung. Im Rausch, unter Einfluss von Medizin und falschen Freunden, kam die Tochter in eine lebensbedrohliche Situation, sodass ich sekundeschnell handeln musste. Meine schnelle Reaktion sicherte mir den Respekt dieser Familie auf Lebenszeit. Ich hatte jetzt eingesehen, dass ich mehr Fähigkeiten habe, als ich dachte. Diese Familie hat mich darauf hin ab und zu als Personenschützer gebucht und natürlich auch weiterempfohlen.
Seither arbeite ich teilweise als Bodyguard. Verdeckt und unbemerkt zu arbeiten ist für mich nichts ungewöhnliches. Ich wollte nie im Rampenlicht stehen.
Ich war noch keine 30 Jahre alt, da war ich finanziell teilweise abgesichert. Für mich ist es nicht entscheidend zu viel zu besitzen. Ich bin philosophisch geprägt, für mich ist Gesundheit viel wichtiger! Das ist meine Geschichte, so kam ich zu dieser Tätigkeit. Ach so, Kunden bekommt man am besten durch Weiterempehlungen.
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