Mittwoch, 6. März 2013

Mustererkennung und Gesichtserkennung

Es war mal wieder soweit, ich sollte zurück nach Deutschland und erst mal ausspanen. Doch es kam anders, ein Anruf eines alten Freundes mit der Bitte um Hilfe bei einem Auftrag. Ich sollte einmal mehr meine Fähigkeiten nutzen. Mein Freund hatte den Auftrag in einem großen Kaufhaus und Einkaufszentrum Ladendiebe zu schnappen, die immer wieder zuschlagen und gleiche Dinge entwenden.
Nach meinem Urlaub in Frankreich wollte ich behilflich sein. Frisch und gut erholt ging ich an diese Aufgabe ran. Das Gedränge im Haus war echt grenzwertig und immer wieder haben die gleichen Delinquenten zu geschlagen. Zuerst habe ich stundelang Überwachungsmaterial gesichtet und schließlich mich im ganzen Haus und Einkaufszentrum rumgetrieben. Natürlich total getarnt und völlig unkenntlich verkleidet. Jeden Tag war ich jemand anders.
Diese Phase ist zur Beobachtung und zur Anpassung meines eigenen Mustererkennungsprogramms nötig. In meinem Gehirn wird die Genauigkeit meiner Gedanken an die Aufgabenstellung angepasst. So oder so ähnlich kann man sich das vorstellen. Meine Augen und mein Geist müssen richtig synchronisiert werden, damit ich dann perfekt agieren kann. Das dauert sein Zeit. Schon vor einigen Jahren bin ich gegen eine Gesichtserkennungssoftware angetreten und habe gewonnen. Ich hatte die Personen schon erkannt, als die Software noch gearbeitet und gerechnet hatte. Das ist keine Hexerei und keine Fiktion. Ich starre auch nicht auf Ziegen und lass sie sterben, sondern ich habe nur eine bessere und schnellere Reaktion in meinem Hirn, als andere. Das ist alles. Eigentlich kann das jeder.
In der nächsten Phase habe ich mir die auffälligen Leute mal genauer angeschaut und einige Reaktionen getestet. Jetzt haben wir die exakten Prozeduren für die Erfassung und das Festhalten der Delinquenten mit der Polizei abgesprochen und die Geschäftsführung darüber in Kenntnis gesetzt, dass bald die Ladendiebe gestellt werden. Natürlich war die Begeisterung groß, dass nun die lästigen Ladendieb gefast werden.
In der letzten Phase werden dann die Überwachungskameras optimiert und eventuelle tote Winkel ausgemerzt. Schnell war das auch erledigt und dann kam der Tag, der organisierten Großaktion. Generalstabsmäßig haben wir alle Delinquenten der Polizei übergeben.

Donnerstag, 14. Februar 2013

Auslandseinsatz

Die Vorbereitung für einen Auslandseinsatz erfordert viel Wissen im Einsatzgebiet. Von der Informationsbeschaffung über das Zielgebiet bis hin zur Planung der Logistik und rechtlichen Kenntnisse stehen viele Aufgaben an, die in oftmals kurzer Zeit umgesetzt werden müssen. Hinzu kommt, dass man vor Ort noch einmal alles überprüfen muss.

Und dennoch ist es sehr schwierig, wenn man keine genauen Infos hat. Ob im Inland oder  im Ausland, Wissen ist immer wichtig. Eigensicherung und genaue Planung ist sowieso sehr wichtig. Nur wer sich selbst bestens schützen kann, der kann auch andere schützen. Die Planung ist eine Sache und die individuelle schnelle Reaktion während des Einsatzes eine andere Sache.

Ich kann mich noch gut an einen Auftrag in Osteuropa erinnern, der bestens geplant war und fast zum Disaster wurde. Der Grund liegt fast immer bei dem Auftraggeber. Der Einsatz wurde sehr klein und minimalisisch geordert. Obwohl ich eine ordentliche Reserve zusätzlich noch einplante, ging der Einsatz fast schief.

Mein Auftraggeber hatte die ganze Situation unterschätzt. Es sollte nur eine kleine Begleitung werden, ohne Waffen und ohne Verstärkung. Aus meiner Sicht war das völlig falsch durchdacht. So brachte ich eine eigene Reserve in Stellung - nämlich mich. Alles auf meine eigene Rechnung und ohne Absprache mit meinem Kunden. Diese Absicherung sollte dann doch noch dringend gebraucht werden und ohne diese Absicherung und Reserve wäre nicht nur das Leben der Schutzperson und des Bodyguards bedroht worden, sondern auch das meines Auftraggebers, der der Mann der Schutzperson war.

Geplant wurde nur eine wöchtenliche demonstrative Begleitung einer Frau, die vom Wohnsitz zum Einkaufen und zurück gefahren werden sollte und eventuell noch 10 Tage mehr. Laut Aussage meines Auftraggebers wäre die Sicherheit sehr gut, der Personenschutz eigentlich überflüssig! Warum, so fragte ich. Er antwortete, er wolle es den Nachbar zeigen, wie Reich er sei.

Naja ich war davon nicht überzeugt, ich hätte mich nicht zum Affen gemacht und den Pseudo-Bodyguard gespielt. Ein netter Kollege hat diese Demonstrationsaufgabe schließlich übernommen und ich war als Reserve inkognito vor Ort. Glücklicher Weise hatte ich noch automatische Waffen im Gepäck dabei. Mein Motto ist immer: "Sicher ist Sicher!"    

Die ersten 3 Tage war alles sehr ruhig und irgendwie zu leicht. Alles schien so zu sein, wie es mein Auftraggeber sagte. Aber ich hatte dieses komische Gefühl im Bauch. Ich hatte mich genau informiert und die Daten habe ich dann nochmals vor Ort überprüft. Alles schien soweit in Ordnung. Doch da war noch das komische Gefühl. Die Frau fuhr auch immer zur gleichen Zeit in die Stadt und dann wieder zurück zum Anwesen - das war auch komisch. Die Strecke war immer die gleiche und ich recherchierte zusätzlich nach dem früheren Fahrer der Frau. Obwohl ich alles versuchte bekam ich keine richtige Information über diesen Fahrer und dem verbleib des selben.    

Nach dem 3. Tag habe ich die Fahrstrecke stark verändert und die Zeiten geändert. Das wollte der Auftraggeber eigentlich nicht und so wurde mein Gefühl nochmals verstärkt. Schnell aktivierte ich noch einen Kollegen und weitere Waffen. Dieser Kollege sollte sich in Sichtweite des Einkaufbereich der Schutzperson positionieren.     Wir fanden eine geeignete Wohnung, die auch direkt den Einstiegsbereich sicherte, indem die Frau immer ins Auto einsteigt, wenn sie wieder zum Anwesen zurück gefahren wird. Zusätzlich trug nun jeder von uns kugelsichere Westen und eine unsichtbare Waffe. In der Wohnung meines zusätzlichen Kollegen haben wir dann einen Teil der schweren Waffen deponiert.    

Am vorletzten Tag des Auftrages wurde dann mein Gefühl bestätigt. Ein Auto schnitt das Auto meines Mitarbeiters und der Schutzperson und eröffnetet sofort das Feuer mit automatischen Waffen. Ich war etwa 100 Meter zurück und konnte gerade noch rechtzeitig mit eingreifen. Ich gab dem Kollegen in der Wohnung, der freies Schussfeld hatte, den Feuerbefehl. Er feuerte ein paar Feuerstöße aufs gegnerische Auto. Unser schnelles Eingreifgen und die Angst unserer Gegner hatte glücklicherweise zur Folge, dass sie schnellstens flüchteten. So konnte unser Auto schnell wieder zum Haus meines Auftraggebers zurück fahren. Mein Fahrer hatte 2 Kugel abbekommen, ohne Schutzweste wäre das tragisch verlaufen. Die Frau war unverletzt, aber mit den Nerven am Ende.    

Ich war dann noch über 100 Stunden mit den rechtlichen Dingen beschäftigt. Aufenthalte bei der Polizei und beiden Anwälten. Diesen Teil der Arbeit möchte niemand gern machen. Das war mein einziger Einsatz in Osteuropa. Man will ja sein Glück nicht herausfordern.  

In den USA hatte ich auch so manche schwierige Zeit, aber ohne Waffeneinsatz. Dennoch bin ich heute froh, dass ich nie angeschossen worden bin. Ohne größere Verletzungen und ohne jemanden erschossen zu haben, kann ich heute entspannter die Vergangenheit betrachten.  

Ich plane heute fast ausschließlich und mache nur noch die letzte Reserve, wenn nötig. Meine Planung und mein Instinkt sind immer noch sehr befragt.

Freitag, 11. Januar 2013

Beruf: Bodyguard.

Gestalten im dunklen Anzug, die Pistole unter dem feinen Zwirn versteckt, mit stets düsterem Blick ihre Schützlinge im Auge behaltend und bereit, Leib und Leben dafür zu opfern – so sieht häufig das klassische Bild des Bodyguards aus. Doch was hat es mit diesem Berufsbild auf sich? Wie wird man Bodyguard? Welche Fähigkeiten muss man mitbringen? Und wie kommt man an Kunden?

Ein Bodyguard ist ein Personenschützer: Er schützt die Schutzperson. Als persönlicher Bodyguard bewacht man manchmal auch die Familien der Schutzperson. Den Einsatzmöglichkeiten als Bodyguard sind eigentlich keine Grenzen gesetzt, so muss man seine Grenze ganz persönlich ziehen. Erst recht wenn man als Personenschützer, der Schutzperson rund um die Uhr zur Verfügung steht. Die Ausbildung zum Bodyguard ist unglaublich vielfältig. Man sollte sportlich und geistig FIT sein. Man sollte in der Selbstverteidigung entsprechend trainiert sein. Noch besser ist eine abgeschlossene Ausbildung im Polizeidienst, beim Geheimdienst, oder beim Militär.

Bei mir war es ein langer Weg hin zum Bodyguard. Nach meinem Aufenthalt bei der Bundeswehr (Grundwehrdienst) wollte ich meinen Geist wieder trainieren. Nach Monaten in einer Kampfeinheit kann man schon verblöden. Damals war ich körperich sehr fit und austrainiert. Ich konnte im Vorbeigehen einem dem Arm brechen, aber was soll das!

Ich studierte sofort und mit Begeisterung. Schon nach dem 4 Semester musste ich mir keinen Ferienjob mehr besorgen! Ich hatte die sog. normalen Studentenjobs sowieso satt. Ich arbeitete ja auch während des Semesters ständig nebenbei. Also ab dem 4. Semester ging es mir in Fleisch und Blut über, sodass ich eine eigene Firma gründete.

Naja die Firma hatte nichts mit dem Thema Bodyguard zu tun. Ich war gut in technischen und organisatorischen Dingen und so dachte ich wäre es gut, wenn ich gleich eine eigene Firma gründen würde.

Nach meiner Firmengründung und den ersten Aufträgen wurde mir schnell klar, dass ich über rechtliche Dinge mehr wissen wollte. Auch im Punkto Finanzen sollte ich noch mehr wissen ansammeln. Und nach circa 3 Jahren hatte ich nur noch meine Firma, denn mein Studium war zu Ende und ich konnte mich ganz auf meine unternehmerische Tätigkeiten konzentrieren.  

So kam es, dass ich eines Tages für eine Familie eine Alarmanlage konzipierte. Natürlich noch total analog. Das System sollte das Anwesen und Teile des  Grundstücks unter Kontrolle halten und zugleich unauffällig sein. Ständig gab es Fehlalarme, da die Familie selbst in den Alarmbereich lief. Auch die Hunde und Katzen der Familie lösten ständig Fehlalarme aus. Nach einem Besuch bei dieser Familie wollte ich schon die ganze Anlage deaktivieren, aber dann stellte sich bei einem Gespräch der Grund für die Anschaffung der Alarmanlage heraus und ich hatte einen Folgeauftrag.

Nach einem ausführlichen Gespräch, war eigentlich die Kinderbetreuung im Visier. Die Familie wollte beweisen, dass das Kindermädchen Geld und andere Dinge entnahm. Ich sollte mir ein Konzept ausdenken, damit man auch Beweise dafür hatte. Schnell hatte ich das Kindermädchen überführt und die Beweise waren stichhaltig. Damals alles ohne einen Computer, ohne Handy, ohne Tablett oder DigitalCam. Naja, damals hatte man andere Dinge - diese waren aber nicht so effektiv.

Nach über 5 Jahren Selbständigkeit lief meine Firma gerade so. Meine Firma Vertrieb ganz normale Geräte und wir arbeiteten auch in so manchen Bereichen des täglichen Lebens und boten vielseitige Dienstleistungen an. Ernährung und Philosophie waren für mich weiterhin sehr wichtig und so machte ich mich auch hier schlau.

Jetzt kamen weitere Aufträge. Die Digitaltechnik lag mir mehr, als das analoge Zeug. Ich baute mir meine eigenen Computer mit Zusatzfunktionen und so konnte ich wieder weiter Aufträge an Land ziehen. Ich war immer noch kein Bodyguard und hatte noch keine Waffe am Körper.

Eines Tages bekam ich von der Familie, die mit dem Kindermädchen, einen Telefonanruf, der etwas speziell war. Ich sollte herausfinden, was die älteste Tochter des Hauses so macht. Und da ich Jahre zuvor gut gearbeitet hatte und verschwiegen war, dachten sie ich würde das gut erledigen können. Ich habe gezögert, meine Firma hatte genug zu tun. Ich empfahl einen Freund. Doch die Arbeit meines Freundes war nicht viel Wert, sodass ich nun selbst tätig wurde.

Über 4 Länder verfolgte ich die Spuren der Tochter und protokollierte alles genau. Ich war ihr Schatten. Doch plötzlich stand ich vor einer wichtigen Entscheidung. Im Rausch, unter Einfluss von Medizin und falschen Freunden, kam die Tochter in eine lebensbedrohliche Situation, sodass ich sekundeschnell handeln musste. Meine schnelle Reaktion sicherte mir den Respekt dieser Familie auf Lebenszeit. Ich hatte jetzt eingesehen, dass ich mehr Fähigkeiten habe, als ich dachte. Diese Familie hat mich darauf hin ab und zu als Personenschützer gebucht und natürlich auch weiterempfohlen.

Seither arbeite ich teilweise als Bodyguard. Verdeckt und unbemerkt zu arbeiten ist für mich nichts ungewöhnliches. Ich wollte nie im Rampenlicht stehen.  

Ich war noch keine 30 Jahre alt, da war ich finanziell teilweise abgesichert. Für mich ist es nicht entscheidend zu viel zu besitzen. Ich bin philosophisch geprägt, für mich ist Gesundheit viel wichtiger! Das ist meine Geschichte, so kam ich zu dieser Tätigkeit. Ach so, Kunden bekommt man am besten durch Weiterempehlungen.